Merkels »Götterdämmerung«?
Ausgeplaudert von Manfred Ende
Kanzlerin Merkel hat zur Halbzeit gepfiffen.
Nicht aus dem letzten Loch, denn sie ist ja auf dem Höhepunkt der Macht.
Charmant wie im Sternzeichen Fisch Geborene, schlagfertig wie einst Adenauer und selbstbewusst wie Titan Oli Kahn, so präsentiert sie sich.
Selbstverständlich ist ihre Bilanz positiv, sind Aufschwung und Umschwung unumkehrbar.
Mit dem Umschwung meine ich ihre Antrittsrede vor Spielbeginn, in der sie uns versicherte, dass besonders die Schwachen, Kranken und Alten der Solidarität bedürfen. Davon ist zu wenig übrig geblieben. Die Zukunft gehört nach wie vor dem »Marktfähigen«, dem Ellenbogenmenschen, dem modernen Taschendieb der Verkaufskultur, der den Euro mit der DM verwechselt.
Renten- und Gesundheitssystem in Ordnung bringen, hat sie verkündet. Geblieben ist mehr Unordnung als je zuvor. Erinnert sei an Volltreffer wie »Rentenerhöhung« (0,54 Prozent) und »Rente mit 67«.
Die Teuerungsrate pro Jahr liegt bei etwa 2,5 Prozent und die häufige Durchschnittsrente von 720 Euro Netto liegt weit unter der Armutsgrenze von 856 Euro.
Das Wort »Altersarmut« macht die Runde, dafür aber steigt unaufhörlich die Zahl der Milliardäre in Deutschland, und Kanzerlerin Merkel sonnt sich im solaren Schauer der »Weltpolitik«. Aber vielleicht, so hoffen die im Abseits Gestandenen, läuft es in der zweiten Hälfte besser. Denn unsere Kanzlerin hat es, unter Göttern in Rot/Schwarz, in der Halbzeitpause in die Luxuskabine nach Bayreuth getrieben, wo es bekanntlich auch eine »Götterdämmerung« gibt.
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